Die erste Turnstunde nach den Ferien –

Oder Turnstart auf coronisch?

Symbolbild: hat mein Sohn gemacht

Immer nach den Sommerferien startet das neue Turnjahr. Natürlich freue ich mich sehr auf diesen Tag und bin immer noch leicht nervös. Auch nach diesen vielen Jahren. Doch dieses Jahr war es nicht wie sonst. Ok. Es ist nie wie sonst. Es ist immer anders. Es ist immer neu, speziell und einzigartig. So soll es auch sein. Dies macht alles interessant.

Heute habe ich eine Ballstunde geplant. Auch das Kennenlernen und natürlich das Wohlfühlen ist heute auf der Prioritätenliste. Wir werden Spielen und unsere Bastelsache kennenlernen.

Bei uns durften die Eltern dieses Jahr nicht in die Hallengebäuden eintreten. Unser Schutzkonzept hat das so vorgeschrieben. Normalerweise können die Eltern oberhalb der Turnhalle zuschauen und Daumen drücken. Für einige Kinder ist dieser langsame Ablösungsprozess wichtig. Ich verstehe das, also musste eine Variante her. Daher habe ich die Eltern auf eine imaginäre Schnitzeljagd hinter die Halle geschickt. So können die Eltern zuschauen und die Kinder mussten die Farbe des Gegenstands erraten, der aussen auf die Eltern gewartet hat. Ich gehe mal ganz keck davon aus, dass dies eine gute Idee war.

Nach einem kurzen Kennenlernspiel haben wir uns mit verschiedenen Bewegungen aufgewärmt, denn wir möchten heute in den Zoo. Immer wieder mussten wir nach unseren Bewegungsläufen einen Gegenstand holen, den wir dazu brauchen um unseren Ausflug zu machen.

Jetzt müssen wir los. Es hat viele verschiedenfarbige Strassen, die zu überqueren sind. Jedes Kind läuft nach Anweisung (seitwärts, rückwärts, über Strich gumpend) der farbigen Strasse entlang. Natürlich wechsle ich die Farbe der Strasse per Ansage und die Kinder sollten achtsam sein, um mit keinem Mitturner zusammenzustossen.

Als wir beim Spielplatz ankamen, konnten alle Kinder wahlweise mit einem Ballon oder einem Ball Kunststücke ausprobieren. Wie die Affen in Ihren Gehegen. Einige konnten den Ballon stetig in der Luft halten, andere die Hand wechseln, manche mit den Füssen und dem Kopf, ja sogar den Knien den Ballon/Ball abfangen. Ich mag den Moment wo die Kinder stolz auch die Anzahl der gekonnten Bewegung mitzählen oder sie etwas ausprobiert haben, von dem sie bislang nicht wussten, dass sie es auch können. Hier muss ich sagen, dass ich je länger je mehr für diesen Teil der Stunde viel Zeit einplane, sie ist wichtig. Sie macht den Kindern Freude und auch ich erlebe immer etwas neues, was mich zum staunen bringt.

Ja gut. Weiter ging es mit einem Klassiker. Wir sind im Affengehege angekommen und hier hat es drei Affenfamilien, die jeweils viele Früchte haben (Bälle, Ballons). Jede Familie besitzt einen Kasten, gefüllt mit einer bestimmten Anzahl Bälle und einer bestimmten Farbe als Kennzeichnung. Auch die Kinder sind in drei Gruppen geteilt. Der Spieldurchgang geht zwei Minuten und das Ziel ist, von den anderen Familien so viel Früchte wie möglich zu stibitzen. Nach zwei Minuten wird die Zeit gestoppt und alle Kinder müssen im schwarzen Kreis absitzen. Die Leiterin zählt nun die Bälle in den Kästen. Wer am meisten hat, hat gewonnen. Aber als Variante oder als Folgespiel ist dann wichtig, so wenig wie möglich an Bällen zu haben.

Danach haben wir aufgeräumt und das neue Durch-das-Jahr-Basteln gemacht. Verabschiedet haben wir uns wie gewohnt mit unserem Adieu-Ritual. Lachende Gesichter. Gute Stimmung. Herrlicher Tag. Gute Gruppe. Ich danke Euch für diese Erfahrung.

Vielleicht probierst Du diese Stunde aus, melde Dich bei mir für ein Austausch.